Kurz gesagt: Ein faires Website-Angebot nennt den genauen Leistungsumfang, einen Festpreis oder klaren Kostenrahmen, einen Launch-Termin, alle laufenden Kosten nach dem Launch und regelt, wem Domain, Inhalte und Zugangsdaten gehören. Fehlt einer dieser Punkte, ist das Angebot nicht automatisch schlecht, aber du solltest nachfragen, bevor du unterschreibst.
Du hast ein Angebot für deine neue Website auf dem Tisch und fragst dich, ob der Preis passt und ob alles drinsteht? Mit dieser Checkliste prüfst du es in zehn Minuten, auch ohne Technikwissen.
Checkliste: Das gehört in jedes Website-Angebot
| Punkt | Darauf achten | Warnsignal |
|---|---|---|
| 1. Leistungsumfang | Anzahl der Seiten und Funktionen einzeln aufgeführt | nur „Website nach Absprache“ |
| 2. Preis | Festpreis oder klarer Kostenrahmen, netto und brutto erkennbar | nur ein Stundensatz ohne Schätzung |
| 3. Design | individuelles Design oder angepasste Vorlage, klar benannt | unklar, ob ein Kauf-Theme genutzt wird |
| 4. Texte und Bilder | wer sie liefert und was Zusatzinhalte kosten | Einpflege deiner Inhalte nicht erwähnt |
| 5. Korrekturschleifen | Anzahl der enthaltenen Feedbackrunden | keine Angabe, jede Änderung nach Aufwand |
| 6. Zeitplan | verbindlicher Launch-Termin oder Kalenderwoche | „so schnell wie möglich“ |
| 7. Technik | System (z. B. WordPress), Hosting, SSL, Ladezeit | proprietäres System ohne Umzugsmöglichkeit |
| 8. SEO-Grundlagen | Seitentitel, Beschreibungen, saubere Struktur, Sitemap | SEO als teures Extra für Selbstverständliches |
| 9. Rechtliches | Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner, ggf. Barrierefreiheit | Rechtstexte „liefert der Kunde“ ohne Hinweis |
| 10. Laufende Kosten | Hosting, Domain, Wartung, Lizenzen pro Monat oder Jahr | laufende Kosten fehlen komplett |
| 11. Eigentum und Zugang | wem Domain und Inhalte gehören, Admin-Zugang für dich | Domain läuft auf den Dienstleister, kein Zugang |
| 12. Zahlung und Kündigung | Anzahlung, Restzahlung, Laufzeit, was bei Kündigung passiert | 100 % Vorkasse, keine Regelung zur Kündigung |
Versteckte Kosten: Wo Angebote teurer werden als gedacht
Die meisten bösen Überraschungen stehen nicht im Angebot, sondern fehlen darin. Diese Posten solltest du gezielt ansprechen:
- Zusätzliche Korrekturen: Sind zwei Feedbackrunden enthalten, wird jede weitere nach Stunden abgerechnet.
- Einpflege von Inhalten: Manche Angebote bauen nur das Gerüst, deine Texte und Bilder einzupflegen kostet extra.
- Bildrechte und Lizenzen: Stockfotos, Schriften oder Premium-Plugins können jährlich Gebühren kosten oder auf den Dienstleister lizenziert sein.
- Wartung nach dem Launch: Ohne Updates veraltet eine WordPress-Seite schnell. Kostet die Wartung extra, gehört sie in deinen Vergleich.
- Kleine Änderungen später: Eine neue Telefonnummer oder ein Team-Foto. Frag, ob das nach Aufwand, im Paket oder gar nicht möglich ist.
- Umzug oder Herausgabe: Willst du später wechseln, sollte klar sein, ob und wie du deine Website mitnehmen kannst.
Ist der Preis angemessen?
Als grobe Orientierung: Eine Website für ein kleines Unternehmen kostet beim Freelancer meist 1.000 bis 5.000 Euro, bei einer Agentur 1.500 bis 20.000 Euro, dazu kommen laufende Kosten. Liegt dein Angebot deutlich darüber, frag nach, welche Leistungen den Preis treiben. Liegt es deutlich darunter, prüfe besonders genau, was fehlt. Alle Spannen, Rechenbeispiele und laufenden Kosten findest du im Ratgeber Was kostet eine Website?
Wichtiger als die Summe ist, ob du Gleiches mit Gleichem vergleichst. Ein Angebot für 2.000 Euro ohne Wartung kann nach drei Jahren teurer sein als eines für 1.300 Euro mit Monatspauschale, oder umgekehrt.
Mehrere Angebote vergleichen: Vorlage
Hol zwei bis drei Angebote ein und trag die wichtigsten Punkte nebeneinander ein. So siehst du sofort, wo die Unterschiede liegen:
| Kriterium | Angebot A | Angebot B | Angebot C |
|---|---|---|---|
| Einmalige Kosten (netto) | |||
| Laufende Kosten pro Monat | |||
| Kosten nach 3 Jahren | |||
| Anzahl Seiten | |||
| Individuelles Design? | |||
| Texte enthalten? | |||
| Korrekturschleifen | |||
| Launch-Termin | |||
| Wartung und Updates enthalten? | |||
| Domain auf deinen Namen? |
Diese Fragen solltest du vor dem Unterschreiben stellen
- Was genau ist im Preis enthalten, und was würde extra kosten?
- Wie viele Korrekturrunden sind enthalten?
- Bis wann ist die Website online, und was passiert bei Verzug?
- Auf wessen Namen wird die Domain registriert?
- Bekomme ich einen eigenen Admin-Zugang?
- Welche laufenden Kosten fallen nach dem Launch an?
- Kann ich die Website später selbst bearbeiten oder zu einem anderen Anbieter umziehen?
- Ist die Website barrierefrei, und brauche ich das für mein Unternehmen?
Ob dein Unternehmen eine barrierefreie Website braucht, klärt der Beitrag Barrierefreie Website: Was das BFSG bedeutet.
Zweite Meinung: Gegenangebot in 24 Stunden
Der einfachste Vergleich ist ein zweites Angebot für genau denselben Umfang. Ich erstelle dir eins mit Festpreis, Zeitplan und allen laufenden Kosten, sodass du beide Angebote direkt mit der Checkliste oben vergleichen kannst.
Häufige Fragen zum Website-Angebot
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Zwei bis drei reichen meist. Mehr Angebote machen den Vergleich nicht besser, sondern unübersichtlicher. Wichtiger ist, dass alle Anbieter dasselbe Briefing bekommen.
Was ist ein Briefing und brauche ich eins?
Ein Briefing beschreibt dein Projekt: Ziel der Website, Zielgruppe, gewünschte Seiten und Funktionen, Beispiele, die dir gefallen, und dein Budget. Je klarer es ist, desto genauer und vergleichbarer werden die Angebote. Schon eine Seite Stichpunkte hilft.
Ist ein sehr günstiges Angebot unseriös?
Nicht unbedingt. Oft fehlen aber Leistungen, die später extra kosten, etwa Texte, Wartung oder Korrekturen. Prüf ein günstiges Angebot deshalb besonders genau mit der Checkliste oben.
Darf ein Webdesigner nachträglich mehr verlangen?
Bei einem vereinbarten Festpreis grundsätzlich nur, wenn sich der Umfang ändert, etwa durch zusätzliche Seiten oder Funktionen. Was als Änderung gilt, sollte deshalb im Angebot stehen. Im Streitfall hilft eine Rechtsberatung, dieser Text ersetzt sie nicht.
Ist eine Anzahlung üblich?
Ja, viele Webdesigner verlangen einen Teil vorab und den Rest zum Launch oder in Etappen. Vorsicht ist geboten, wenn der komplette Betrag vor Projektbeginn fällig wird.
Du willst ein Angebot, das alle Punkte dieser Checkliste erfüllt? Beschreib dein Projekt in sechs kurzen Fragen im Projekt-Konfigurator. Du bekommst innerhalb von 24 Stunden ein schriftliches Angebot mit Festpreis, Zeitplan und allen laufenden Kosten.